Unglaublicher Tag auf Hof Uhlberg

Beim Social Day der bk-Group entstanden tolle Projekte in unserem Bauernhof auf Hof Uhlberg

Vor Kurzem fand der Social Day der bk-Group auf unserem Bauernhof in Hof Uhlberg statt. Lesen Sie hier den Bericht, der am 4. August 23 in den Fänkischen Nachrichten erschienen ist.

Autorin: Frau von Brandenstein 

Über 200 Menschen aus 27 Ländern kamen in der vergangenen Woche in Hof Uhlberg zusammen. Das war weder eine internationale Ferienfreizeit, noch ein EU-Treffen. Was dort auf die Beine gestellt wurde, war der „Social Day“ der bk Group.

„Wir wollen Menschen, die im Schatten stehen, Sonne schenken“, so Gerold Wolfarth, Geschäftsführer der bk Group. Seit vier Jahren veranstaltet das in Endsee nahe Rothenburg ob der Tauber beheimatete Unternehmen mit Niederlassungen in ganz Europa einen sozialen Tag. Ziel ist es, Gutes zu bewirken. Ansonsten planen, bauen und betreuen sie Gebäude und Geschäfte in London, Paris, dem Wertheim Village und 30 weiteren Ländern auf dem alten Kontinent.

Normalerweise findet dieser Sozialtag länderintern statt, in diesem Jahr haben sich alle Akteure gemeinsam ein Großprojekt auf die Fahnen geschrieben: Der Bauernhof der Jugendhilfe Creglingen, in dem sechs Kindern im Alter von sechs bis elf Jahren in einer Wohngruppe leben, soll nahezu komplett umgebaut werden. Zum Wohnhaus gehören eine riesige Scheune und Nebengebäude. Zwei Therapiepferde und Hasen komplettieren das Ensemble.

Großes erschaffen

Gerold Wolfarth ist gebürtiger Creglinger und kennt die Jugendhilfe Creglingen. Vor zwei jahren wurde schon einmal ein soziales Projekt auf dem Hof in Uhlberg umgesetzt: Ein großer Hasenauslauf und ein Grillplatz waren das Ergebnis. Im Januar sprach Wolfarth Werner Fritz, Geschäftsführer der Jugendhilfe Creglingen, mit dem Satz an: „Wir wollen Großes erschaffen.“ Mehr als 200 Leute stünden bereit, um ein riesiges Projekt zu stemmen. Ob er eine Idee habe, so das Ansinnen.

Die hatte Fritz sofort. Das Anwesen in Hof Uhlberg zu einem Erlebnisort auszubauen, schwebte ihm und seinem Team schon immer vor. Schließlich ist der Flecken auf der Gemarkung Grünsfeld nicht nur landschaftlich ein Idyll, sondern auch herrlich ruhig. Ein Ort zum Entspannen, zum gemeinsamen Erleben. Das sollte nicht nur den Kindern vor Ort, sondern auch anderen zu Gute kommen, lautete der Plan. Aus Scheune und Nebengebäuden etwas Einzigartiges zu machen, so die Idee.

„Unsere Leute waren sofort Feuer und Flamme“, berichtet Wolfarth. Acht Bauprojekte sollten von elf Teams an einem Tag umgesetzt werden. Eine Kreativwerkstatt sollte entstehen und die Scheune zum Veranstaltungsraum mit Bühne, Kletterwand und zweitem Ausgang umgebaut werden. „Im Spitzdach der Scheune lagert über 70 Jahre altes Stroh, hat uns ein Nachbar erzählt“, erinnert sich Fritz an die Planungen, an denen Architekten, Baufachleute, Ingenieure und Handwerker beteiligt waren. Schließlich mussten auch Baugenehmigungen beantragt und genehmigt, Teams gebildet werden. Rund 120 bk-Group-Mitarbeiter sprechen deutsch, andere italienisch, spanisch, polnisch, niederländisch französisch oder dänisch. In Teams zusammengefasst wurden in der Regel Mitarbeiter zweier Sprachen, wobei ein „Dolmetscher“ beide Sprachen beherrschen musste.

„Das ist ein Wahnsinnsprojekt, das wir wahrscheinlich in zehn Jahren nicht hätten umsetzen können“, meint Werner Fritz. Die Wohngruppe sei zwar refinanziert, aber Maßnahmen wie diese seien ohne das Engagement von Gerold Wolfarth und seinen Mitarbeitern finanziell nicht zu machen. Mit Planung, Vorarbeiten – wie dem Vorbohren von Löchern in bereits maßgerecht zugeschnittenen Bauteilen – wurde bereits im Vorfeld viel Arbeit gesteckt. Für das Zentrum der Jugendhilfe in Creglingen wurde zudem ein riesiger Boulder-Würfel gebaut. „Wenn wir den bestellt hätten, hätte der 35 000 Euro gekostet“, verdeutlicht Fritz.

Die Arbeiten gingen zügig voran. Ein Teil der großen Scheune ist jetzt komplett verputzt, die Wände eingeschalt, eine Brandschutzdecke eingebaut. „Endlich können wir die Scheune nutzen“, freut sich Fritz für die Wohngruppe vor Ort. Er stellt sich vor, dass auch andere Gruppen der Jugendhilfe Creglingen oder Interessierte die Einrichtungen nutzen sollen. Ein genaues Konzept gibt es dafür aber noch nicht.

Erst einmal wird kräftig angepackt. Einige streichen die neue Scheunendecke, andere bauen an der Kletterwand, die nächsten setzen Fenster ein oder werkeln am Kreativraum. Zwischen Pferdekoppel und Hasengehege wird der Misthaufen überdacht – eine Auflage des Landratsamts, die damit auch erfüllt ist.

Allround-Handwerker

„Die meisten bei uns sind Allround-Handwerker“, erläutert Wolfarth die vielfältigen Begabungen seiner Mitarbeiter, die sie bei ihrer täglichen Arbeit benötigen. Beim „Social Day“ steht zum einen das Projekt im Vordergrund, zum anderen der feste Wille, mit der Hände Arbeit etwas richtig Sinnvolles für andere Menschen zu tun. Und natürlich trägt die europaweite Aktion des Unternehmens auch dazu bei, dass sich gerade nach der Corona-Zeit alle mal wieder persönlich sehen. Ganz nebenbei entstehen auch kleine Länderkämpfe. „Die Österreicher hatten so gut vorgearbeitet, dass sie schon mittags fertig waren“, berichtet Wolfarth am Nachmittag.

Gute Planung ist alles

Das Material wurde von der Jugendhilfe Creglingen finanziert, Planung, Vorbereitung und Arbeitszeit von der bk Group eingebracht. Letzteren Wert beziffert deren Geschäftsführer auf 122 000 Euro.

Lob zollt Werner Fritz der Stadt Grünsfeld für ihre Unterstützung. Bürgermeister Joachim Markert hat sich am Vormittag ein Bild von der Riesenaktion gemacht. Auch die rund 50 Bewohnerinnen und Bewohner von Hof Uhlberg hätten geholfen, wo es nur geht.

Logistisch hatte man den Tag im Vorfeld perfekt organisiert. Ein Toilettenwagen war ebenso vorhanden wie eine mit Biergartengarnituren ausgestattete Verpflegungsstation. Im Wohnhaus war in einem Raum die Verbindung zur Außenwelt durch eine eigens installierte Internetanbindung garantiert. Von der dort improvisierten Firmenzentrale aus wurde die jeweilige Notbesetzung der einzelnen bk Group-Niederlassungen europaweit koordiniert. Von Hof Uhlberg ging somit der Auftrag für eine Reparatur des Notausgangs in einem Geschäft in Amsterdam raus.