Leitung des Main-Tauber-Instituts übergeben

Gabriela Schwarz tritt die Nachfolge von Gabriele Bachem-Böse an

Mitte Juli fand die Übergabe der Leitung des Main-Tauber-Instituts (MTI) der Jugendhilfe Creglingen e. V. statt. Gabriele Bachem-Böse übergab die Leitungsposition an Gabriela Schwarz. Die bisherige Leiterin Gabriele Bachem-Böse geht nun in den wohlverdienten Ruhestand. Seit 25 Jahren war sie bei der Jugendhilfe Creglingen als Psychologin im Fachdienst beschäftigt. Schon bevor das MTI gegründet wurde, organisierte sie Fort-, Weiterbildungen und pädagogische Fachtage. 

Vor rund fünf Jahren mit Eintritt in die Rente bei der Jugendhilfe Creglingen übernahm Bachem-Böse die Leitung des Main-Tauber-Instituts. Sie war bereits in den 2000ern die Initiatorin für die Ausrichtung der Einrichtung zum systemisch-pädagogischen Denken und Handeln. Durch den Ansatz „wollte ich, dass die Mitarbeitenden leichter arbeiten können“, so die Psychologin. Bei der systemisch-pädagogischer Sichtweise ist man auf Augenhöhe mit den Familien, man sieht was die Familien selbst leisten und lässt sie ihre eigenen Lösungen finden. Durch Gabriele Bachem-Böses Einsatz und ihr Engagement ist die Einrichtung bis heute zertifizierte und empfohlene Einrichtung der Deutschen Gesellschaft für systemische Therapie, Beratung und Familientherapie (DGSF). Unter ihrer Leitung entstand der Creglinger Workout im Schlosscafé Bad Mergentheim zu sozialrechtlichen und pädagogischen Themen. Ebenso fanden viele Inhouseseminare und die zwei großen Weiterbildungen zum systemischen Berater und zur Traumapädagogik statt. Fortlaufend findet eine „Grundausbildung“ in systemischer Pädagogik für alle Mitarbeitende statt. Bei den Themen zu Fachtagen, Inhouse-Seminaren und Fortbildungen ging sie immer auf die Wünsche und Anregungen aus der Mitarbeiterschaft der Einrichtung ein. Rückblickend waren die Fachtage und die erste Siegelübergabe der DGSF für sie große Highlights. Eine bleibende Erinnerung ist, als ein Referent am Bahnhof in Osterburken strandete und sie ihn früh am Morgen vor einem Fachtag abholen musste. 

Gabriela Schwarz ist keine Unbekannte in der Jugendhilfe Creglingen. In verschiedenen Positionen war sie in den letzten 20 Jahren immer wieder bei der Einrichtung beschäftigt. Zunächst zehn Jahre in Festanstellung in den mobilen Hilfen, dann als Honorarkraft in unterschiedlichen Positionen. Ihre beruflichen Wege führten sie an die Euroakademie Tauberbischofsheim, die sie sieben Jahre leitete, an die interdisziplinäre Frühförderstelle des Landkreises und bis jetzt führte sie die Teilhabeberatungsstelle für Menschen mit Behinderungen und deren Angehörige. Sie hat Erziehungswissenschaften in Würzburg studiert mit anschließendem Masterabschluss im Sozialmanagement und bringt zahlreiche Fort- und Weiterbildungen, z. B. im Familienaktivierungsmanagement, frühkindlicher Medienbildung und sexueller Gewalt, mit. 

Wie ihre Vorgängerin schätzt sie den systemisch-pädagogischen Ansatz und ist systemisch-therapeutische Beraterin und Therapeutin. „Der Ansatz macht die Arbeit leichter und durch die unterschiedlichen Blickwinkel bekommt man einen Perspektivwechsel“ ist sich Schwarz sicher.  Zum 1. August ist sie in Vollzeit bei der Jugendhilfe Creglingen eingestiegen und übernimmt neben der MTI-Leitung auch die Heilpädagogik-Schule als Leiterin und Dozentin. Ebenso arbeitet sie als Familientherapeutin und in den ambulanten Hilfen. 

Als Leiterin des Weiterbildungsinstituts möchte sie sich zunächst einen Überblick verschaffen, welche Angebote vorhanden sind und welche sich bewährt haben. Bei Nachfrage möchte sie die Angebote ausweiten. Die systemisch-pädagogischen Angebote werden weiterhin einen großen Raum einnehmen, sie möchte aber auch eigene Impulse setzen. Die meisten Weiterbildungen sind für alle pädagogischen Fachkräfte außerhalb der Einrichtung buchbar. Ebenso organisiert sie Inhouse-Seminare für andere Träger nach deren Bedarfen. Gabriela Schwarz blickt optimistisch in die Zukunft und „freut sich auf viele spannende Themen und viele Gäste im Main-Tauber-Institut begrüßen zu dürfen obwohl sich seit Corona die Anmeldemotivation verändert hat.

Weitere Informationen zum Main-Tauber-Institut und zur Heilpädagogik-Schule.