Im Rahmen des Sommerfestes der stationären Wohngruppen auf Hof Uhlberg, das vor kurzem stattfand, wurde der erste Nachhaltigkeitspreis der Einrichtung verliehen. Seit einiger Zeit besteht in der Einrichtung der Rat Nachhaltigkeit, der aus dem Einrichtungsleiter Werner Fritz und Mitarbeitenden aus verschiedenen Arbeitsbereichen und Standorten sowie dem Energieberater Ulrich Schumann besteht. Gemeinsam wird erarbeitet, wie man die Einrichtung nachhaltig aufstellen kann. Eine Anregung kam von den Hauswirtschaftskräften, bei denen Nachhaltigkeit schon durch ihre Tätigkeit großgeschrieben wird und die einen nachhaltigen Umgang mit Energie sowie Nahrung immer im Blick hatten. Der Nachhaltigkeitsrat hatte eine Analyse bei einer Fokusberatung erstellen lassen, wie man energetische Dinge, wie Strom und Heizungsverbrauch, in den Gebäuden, in denen Angebote untergebracht sind, optimieren kann. So wurden auf einige Häuser bereits PV-Anlagen montiert und innerhalb der Autoflotte einige Autos durch E-Fahrzeuge ersetzt.
Der Rat lobte nun einen Preis unter allen stationären Wohngruppen aus. Alle Gruppen waren eingeladen mitzumachen und ein Nachhaltigkeitsprojekt auf die Beine zu stellen. So wollte man die Kinder und Jugendlichen motivieren, sich mit dem Thema zu beschäftigen.
Bei den beteiligten sechs Gruppen kamen die tollsten Projekte zustande Die Wohngruppe KIK nutzte zwei Hochbeete, um selbst Obst und Gemüse anzubauen. Ebenso versuchten sie, den Verpackungsmüll zu reduzieren. Trotz des häufigen Wechsels der Jugendlichen aufgrund des Konzepts, blieben die Jugendlichen bei der Umsetzung dran.
Die Wohngruppe Bad Mergentheim nahm sich dem Thema Biomüll an. Ziel war es, noch Verwertbares zu retten und den Müll zu reduzieren. Die Jugendlichen haben gemerkt, dass man vieles verschwendet, was noch gut ist. Oft liegt es auch am Einkaufsverhalten, dass man zu viel kauft und dann doch nicht isst.
Um Geschenkeverpackungen machten sich die Jugendlichen der Wohngruppe Würzburg Gedanken. Oftmals wird Geschenkpapier nur einmal genutzt und so kam ihnen die Idee, wieder verwertbare Geschenkebeutel aus alten Tischdecken selbst zu nähen. Die Tischdecken haben sie im Sozialkaufhaus erworben und keine neuen hierfür verwendet.
Die Familienwohngruppe aus Würzburg haben einen ganzen Ordner an Projekten durchgeführt. Für die Gruppe ist Nachhaltigkeit „kein Sprint sondern ein Marathon“. Z. B. haben sie sich mit ihrem eigenen Konsumverhalten beschäftigt. Sie wollen Überkonsum vermeiden und jetzt mehr auf Secondhand-Kleidung setzen und auf Inhaltsstoffe von Kosmetika etc. achten. Ein großes Thema war auch die Müllvermeidung und nachhaltiges Einkaufen. Ebenso hat die Gruppe Müll im Wald gesammelt. Ein weiteres Ziel ist die Entsiegelung der Terrasse. „Viele kleine Schritte, ein großes Ziel, wir probieren Ressourcen zu sparen“, so Familie Yasin.
Große Mühe hat sich auch die Wohngruppe Tauberbischofsheim gegeben und versucht ihren Co2-Abdruck messbar zu machen und diesen zu reduzieren. Über mehrere Wochen haben sie Wochen-Challenges im Bereich Energie, Mobilität und Ernährung abgehalten, z. B. sind sie eine Woche lang nur mit dem öffentlichen Nahverkehr gefahren. Das Ganze wurde toll dokumentiert und ausgerechnet, wie hoch die Einsparung war. Aus einer Woche Einsparung könnte man z. B. einmal nach Mallorca fliegen. Die Jugendlichen wollen aus ihren Erfahrungen schöpfen und nun nachhaltiger leben.
Die Kinder auf Hof Uhlberg und Ihre Beteuer:innen setzten auch viele kleine Projekte um. Sie gestalteten den Garten Insekten- und bienenfreundlich und bauten Futterstationen sowie naturnahe Anlagen für Eidechsen und andere Wildtiere. Sie beschäftigten sich auch intensiv mit der Ernährung. So verzichten sie weitgehendst auf Fleisch und Palmöl. Auf Flohmärkten kaufen und verkaufen sie mittlerweile ihre Kleidung und Spielsachen. Neben dem Obst- und Gemüsegarteen wurde auch ein Kräutergarten angelegt. Der Verbrauch von Wasser, Strom und Heizung wurde selbst optimiert. Die Ideen gehen den Kindern nie aus. Sie arbeiten immer weiter und haben sich zum Ziel gesetzt, verantwortungsbewusste Menschen zu werden in Bezug auf Umwelt und Zukunft.
Alle Beteiligten gaben sich große Mühe bei ihren Projekten und der Dokumentation. Die Stabilisierungsgruppe aus Hof Uhlberg sicherte sich den ersten Platz mit ihrer Vielfalt an Projekten und ihrer konsequenten Ausdauer. Mitglieder des Rates Nachhaltigkeit übergaben mit einer wertschätzenden Laudatio die Preise an die Wohngruppen. Alle Kinder und Jugendliche bekamen Gutscheine zur freien Verfügung, die von den Wirtschaftsjunioren der Region Heilbronn-Franken gestiftet wurden. Wir sind stolz auf unsere Kinder und Jugendliche und Ihre Betreuer:innen, welche kreativen Ideen sie hatten und auch umsetzten. Eine Inspiration für uns alle, dran zu bleiben am Thema Nachhaltigkeit.