Endlich Bauernhofbesitzer

Ende 2017 war es nun so weit. Nach einer langen Zeit der Suche und Vorbereitungen ist die Jugendhilfe Creglingen e. V. stolzer Bauernhofbesitzer geworden. Fündig geworden ist man in dem Weiler Hof Uhlberg, einem Stadtteil der Gemeinde Grünsfeld. Die kleine Siedlung ist landschaftlich idyllisch gelegen zwischen Grünsfeld und Krensheim. Zur Kreisstadt Tauberbischofsheim sind es ca. 15 km.

Bei dem Bauernhofprojekt soll tiergestützte Pädagogik für besonders förderungsbedürftige Kinder angeboten werden. Der Bauernhof besteht aus einem Wohnhaus und verschiedenen Nebengebäuden. In einem ersten Schritt wird zunächst das Wohnhaus umgebaut. Hier sollen vier zusätzliche Plätze für unsere Stabilisierungsgruppe Tauberbischofsheim entstehen. Es ist geplant, vor Ort Reittherapie durchzuführen und weitere Aktionen rund um das Pferd und andere Tiere. Weiterhin sollen Übernachtungsmöglichkeiten geschaffen werden, so dass unsere Gruppen und die von uns betreuten Kinder, Jugendliche und Familien den Bauernhof als Ausflugsziel mit erlebnispädagogischen Möglichkeiten nutzen können. Mit dem ersten geplanten Bauabschnitt möchten wir bis Ende des Jahres fertig sein.

Für die Umsetzung des Bauernhofprojektes hoffen wir auf zahlreiche Spenden und Unterstützung. Wer nähere Informationen über das Projekt erhalten möchte, kann sich an Herrn Werner Fritz oder Dr. Jan Volmer  wenden.

Wir werden Sie hier regelmäßig über die Entwicklung des Projektes auf dem Laufenden halten.

Erstes Kennenlernen

Mitte Februar 2018 kam es zu einem ersten Treffen zwischen den Einwohnern und Einwohnerinnen von Hof Uhlberg und Vertretern der neuen Bauernhofbesitzer aus Creglingen. Von dort waren die stellvertretende Vorsitzende des Vereins Sabine Kutterolf-Ammon, der Geschäftsführer Werner Fritz, der Leiter der Stabilisierungsgruppe Thabo Held, Nadine Troll und Marlen Möbius angereist. Von den 25 Einwohnern aus Hof Uhlberg waren zahlreiche Interessierte in die Wirtschaft „Bauernstube“ gekommen, um sich die Pläne der neuen Nachbarn anzuhören. Erfreulicherweise waren ebenso der Bürgermeister von Grünsfeld Joachim Markert und zehn Gemeinderäte der Einladung gefolgt. Ziel des Abends war ein erstes Kennenlernen zwischen den Bewohnern des Weilers und der Jugendhilfe Creglingen.Nach kurzer Begrüßung durch Herrn Fritz hieß der Bürgermeister Joachim Markert die Gäste Willkommen. Er freute sich über die vielen Anwesenden und berichtete von seinen Erfahrungen mit der Jugendhilfe Creglingen. Aufgrund seiner politischen Arbeit hatte er die Einrichtung bereits seit mehreren Jahren in vielen Bereichen und als verlässlichen und vertrauensvollen Partner kennengelernt. Aus seiner Sicht passe die Jugendhilfe gut zu Grünsfeld und er sei froh, dass sie in Hof Uhlberg Nummer 5 für ihr Projekt nach langer Suche das passende Anwesen gefunden habe. Seines Erachtens sei die geplante Wohngruppe sehr gut in dem Weiler aufgehoben.

Vorstellung und Geschichte der Jugendhilfe Creglingen e. V.:
Die zweite Vorsitzende Frau Kutterolf-Ammon gab den Anwesenden einen ausführlichen Einblick in die Geschichte des Vereins, den heutigen Jugendhilfeangeboten und sie stellte den Vorstand vor. Aus ihrer Sicht sei jetzt durch den Erwerb des Bauernhofs ein Kreis geschlossen. „Wir kamen von der Landwirtschaft und wenden uns wieder der Landwirtschaft zu.“ Frau Kutterolf-Ammon betonte, dass der Einrichtung eine hohe Qualität am Herzen läge. Hochqualifizierte Mitarbeiter und Häuser, die gut in Schuss seien und eine gute Wohnqualität haben. Man wolle das Anwesen erhalten und gut nutzen. Mit den Bewohnern wolle man ein gutes Miteinander und Auskommen. Ebenso strebe man an, sich in die Dorfgemeinschaft gut zu integrieren. Frau Kutterolf-Ammon hoffte, dass die Kinder und Jugendlichen im Weiler gut aufgenommen werden. Sie betonte den Grundsatz der Jugendhilfe Creglingen e. V.: „Junge Menschen sind das wertvollste Gut, das uns anvertraut ist…“

Umbau:
In einem ersten Schritt soll das zweigeschossige Wohnhaus umgebaut werden. Im Erdgeschoß sind die Büros, Mitarbeiterräume und das Reiterstüble geplant. Im ersten Stock sollen voraussichtlich vier vollstationäre Plätze für Kinder geschaffen werden. Der Dachboden wird ausgebaut, um einfache Übernachtungsmöglichkeiten für andere Gruppen zu schaffen. Der Umbau soll in einem Jahr fertig sein. Es wäre schön, wenn man in naher Zukunft ein Paar oder eine Familie finden würde, die dauerhaft auf den Hof ziehen würden. Dafür würde zusätzlich eine Wohnung ausgebaut werden.

Zu einem späteren Zeitpunkt könne man das Angebot evt. erweitern, um z. B. Seminarräume oder ein Mutter-Kind-Wohnen. Erst sollte sich allerdings die geplante Gruppe etablieren, bevor man an eine Erweiterung denke.

Demnächst wird der Bauantrag und die einhergehende Nutzungsänderung bei der Gemeinde Grünsfeld beantragt.

Stabilisierungsgruppe:
Thabo Held stellte die Entwicklung und das Konzept der Stabilisierungsgruppe vor. Die neu geschaffenen vier Plätze sollen die bestehende Stabilisierungsgruppe in Tauberbischofsheim ergänzen. Im Gegensatz zu anderen vollstationären Hilfen arbeitet man mit mehr pädagogischen Personal und einem sehr strukturierten Tagesablauf. Es sei geplant, Kinder von 6 bis 12 Jahren aufzunehmen. Diese Kinder und Jugendliche kommen in ganz besonderen Lebenslagen. Die Familien schaffen die Erziehung aus verschiedenen Gründen nicht mehr aus eigener Kraft. Ebenso mehren sich stetig die psychischen Auffälligkeiten. Die Betreuten haben in der Vergangenheit schlimme Erfahrungen gemacht, sei es Gewalt oder Mangelfürsorge, und sie sind sehr aufgewühlt und oftmals traumatisiert. Die Erfahrung aus der Stabilisierungsgruppe hat gezeigt, dass sie viel Rückzug und Ruhe benötigen, um sich zu ordnen und zu sortieren.

Besonders die Natur und Tiere seien heilsam für die Kinder, welche man ihnen mit dem neuen Bauernhofprojekt ermöglichen möchte. Es sei geplant, die Kinder ca. zwei Jahre auf dem Bauernhof zu betreuen und danach je nach Entwicklung und Stabilität sei entweder eine Rückführung nach Hause oder ein Wechsel in eine andere Gruppe denkbar.

Die Kinder werden in Tauberbischofsheim beschult. Der Transport erfolgt durch die Gruppenmitarbeiter.

Tiergestützte Pädagogik:
Nadine Troll ist eine erfahrene pädagogische Mitarbeiterin und Reittherapeutin. Sie stellte die tiergestützte Pädagogik vor. Kinder, die schlimme Erfahrungen mit Menschen gemacht haben, lernen über die Tiere was ein guter Kontakt ist. Tiere haben keine Vorurteile und nehmen die Kinder wie sie sind. Die Kinder müssen schnell lernen, sich selbst zu regulieren, um mit den Tieren in einen guten Kontakt zu kommen. In den Tieren stecken viele heilsamen Kräfte, die den Kindern innere Ruhe geben.

Zunächst zieht Frau Trolls Pony, Kaninchen, Meerschweinchen und ein Reittherapiepferd auf den Hof. Nach und nach ist geplant, weitere Kaninchen und Hühner zu halten, die gemeinsam mit den Kindern versorgt werden.

Diskussionsrunde:
Die Anwohner zeigten sich sehr interessiert an dem Angebot und den Umbauplänen, in die vor Ort eingesehen werden konnte. Einige äußerten Bedenken, dass beim Leben auf dem Bauernhof auch einige Gefahren lauern könnten. Es gebe auch kaum Spielkameraden im Ort. Aufgrund der Abgeschiedenheit des Weilers regten die Anwohner zudem an, dass immer zwei Mitarbeiter auf dem Hof sein müssten. 

Abschluss und weiteres Vorgehen:
Werner Fritz und Frau Kutterolf-Ammon dankten allen für den interessanten und regen Austausch und die Diskussionen. Man werde alle Anregungen mitnehmen und bei der Konzeptionserstellung und der weiteren Planung einbeziehen. Mit dem naturnahen und idyllischen Bauernhofprojekt betrete man Neuland, auf dass man sich sehr freut. Der Wunsch ist es, dass die Kinder eine Heimat auf Zeit finden und sie Teil der Ortsgemeinschaft werden. Beide betonten, immer offen für die Anliegen der Anwohner zu sein und nach gemeinsamen Lösungen zu suchen. Man wolle transparent und offen mit den Nachbarn umgehen.

Martin Wundling, der ehemalige Besitzer von Hof Uhlberg Nummer 5, ergriff ebenfalls das Wort und sprach sich sehr positiv für das Bauernhofprojekt aus. Er sei überzeugt von dem Projekt und habe deshalb der Jugendhilfe Creglingen den Bauernhof verkauft.

Der Bürgermeister Joachim Markert, regte eine Wiederholung des Treffens und einen erneuten Informationsaustausch im Herbst an.  Er wünsche sich ein gutes Miteinander. Manchmal sei Vertrauensbildung erst nötig, aber er vertraue auf die langjährige Erfahrung der Jugendhilfe Creglingen. „Das neue Projekt bedeutet Zukunft, und Kinder sind unsere Zukunft“, betonte er.

Unsere Kontodaten

Herzlichen Dank für Ihre Spende

IBAN: DE76 6735 2565 0000 6024 58
BIC: SOLADES1TBB
Sparkasse Tauberfranken

Ihr Ansprechpartner

Thabo Held
Gruppenleiter
Badener Ring 2
97941 Tauberbischofsheim
Tel. (0 93 41) 895 36 33
E-Mail senden

Pressestimmen

Presseartikel zu unserem Bauernhofprojekt finden Sie hier.

Die Jugendhilfe Creglingen in
meiner Nähe:
WÜRZBURG
WERTHEIM
Unsere Leistungen
» Stationäre Wohngruppe
TAUBERBISCHOFSHEIM
Unsere Leistungen
» Stationäre Wohngruppe
» Stabilisierungsgruppe
» Erziehungsstelle
LAUDA-KÖNIGSHOFEN
BAD MERGENTHEIM
CREGLINGEN
ROTHENBURG OB DER TAUBER
Unsere Leistungen
» Ambulante Hilfen
» Offene Ganztagsbetreuung
» Berufswahlbegleitung
» Familienorientierte Schülerhilfe
ANSBACH
Unsere Leistungen
» Ambulante Hilfen
Weiter ohne Standort-Auswahl
x