"ZAM-wachsen" - Gemeinschaftsgarten startet am 3.12.20

„Es war ein Schnellstart“, berichtet Angela Müller vom Weikersheimer „ZAM – Zentrum für alle Menschen“. Das Projekt Gemeinschaftsgarten kommt in die Gänge.

Weikersheim. Auf den Mitte Mai ausgelobten landesweiten Ideenwettbewerb „Gemeinsam Schaffen“ – Teil des Impulsprogramms „Na klar, zusammen halt ...“ – hatte Bürgermeister Klaus Kornberger die ZAM-Vernetzerin im Juni aufmerksam gemacht. Kurz vor Toresschluss sozusagen, denn die Bewerbungsfrist endete bereits am 31. Juli.

Ein öffentlicher Aufruf zu einem Treffen zur Ideensammlung verbot sich angesichts der Corona-Bedingungen. Wie viele Telefonate sie mit Vereinen und sonstigen aktiven Gruppierungen, die einen möglichst breiten Querschnitt der Bevölkerung abbilden sollten, sie geführt hat, weiß Angela Müller nicht mehr. Ein gutes Dutzend in fast zwanzig Vereinen und Gruppierungen engagierter Weikersheimer Bürger fand sich schließlich zum offen moderierten Workshop zusammen, längst nicht alle kannten sich bereits persönlich.

Um so erstaunlicher sei es gewesen, wie schnell sich die Idee eines Gemeinschaftsgartens, der ein Ort der Begegnung und des Austauschs werden soll, als Wettbewerbsprojekt abzeichnete: „Fast alle in der ersten Runde vorgeschlagenen Ideen passten zu diesem Projekt“, erinnert sich die ZAM-Organisatorin, die gern zustimmte, als die Gruppe einen Fortsetzungstermin für den Workshop einforderte. „Schließlich galt es, dem Projekt „ZAMwachsen“ Kontur zu geben und eine passende Fläche für den Garten zu finden. Den Vorschlag, den Gemeinschaftsgarten auf dem Gelände der Kraft-zu-Hohenlohe-Förderschule anzulegen, musste Schulleiterin Martina Kuhn haarscharf vor den Sommerferien im Eiltempo mit dem Kollegium beraten. Auch hier: schnell Einigkeit. Besser könne Integration und gesellschaftliche Inklusion ja wohl kaum wachsen, als wenn wirklich alle Generationen gemeinsam Hand anlegen und nicht nur zusammen Beete bewirtschaften, sondern auch Raum fürs gemeinsame Feiern schaffen, so Kuhn. Es sei schon eine Herausforderung gewesen, im Eiltempo einen auch noch mit etlichen Beteiligten abzustimmenden Projektantrag zu formulieren, erinnert sich Angela Müller. Es war einer von insgesamt 141 eingereichten Anträgen aus dem ganzen Land, die auf Fördersummen von 3000 bis zu 30 000 Euro hoffen durften.

Sattes Startkapital

Mit den rund 17 000 Euro, die jetzt vom Land in die Kommune fließen, die den zehnprozentigen Eigenanteil am Projekt zuschießt, können die angehenden Gemeinschaftsgärtner einiges anfangen. Am liebsten würden sie ja sofort loslegen, ihre Ideen bei einer großen Infoversammlung vorstellen, weitere aktive Mitgärtner und Helfer gewinnen. Geht nicht: Corona…

Also Informationen auf diesem Weg: Vorgesehen ist, den Hang hinter der Schule, der derzeit den Schulgarten vom der Grünfläche abgrenzt, teilweise abzugraben und mit einer Trockenmauer zu Hochbeeten umzugestalten, die auch von Senioren gut zu bewirtschaften sind.

Im bereits vorhandenen Schulgarten sind neben weiteren Beeten auch eine Kräuterspirale, eine Feuerstelle beim Backhäusle und ein Wildblumensaum entlang der Hecke im Gespräch. Auf der oberen Fläche, die derzeit die Schülerinnen und Schüler der Klassen 8 und 9 als Pausenhof nützen, soll ein mit Holzmöbeln ausgestatteter Begegnungsraum entstehen – Feierfläche ebenso wie Platz zum Plaudern, Schnippeln, von- und miteinander Lernen. Martina Kuhn freut sich aufs vielfältige emsige Miteinander kreuz und quer durch alle Generationen: „Unsere Schülerinnen und Schüler können bei diesem Projekt ihre praktischen Talente perfekt einbringen und allen zeigen, was sie drauf haben.“ Ergänzt wird das Projekt durch die Schulküche, in der die gemeinsam erzeugten Produkte auch verarbeitet werden können; bestes Beispiel dafür sind die die bereits gelaufenen ZAM-Kochveranstaltungen. „Es wird gemacht, was die Weikersheimer wollen und machen“, so Müller. Auf der Schul-Wunschliste stehen etwa Beerenbüsche, unter anderem als Pausensnack.

Besser als im Gemeinschaftsgarten lässt sich das Motto der Wettbewerbsprojekte „Gemeinsam Schaffen“ kaum umsetzen: hier werden Menschen aller Altersstufen und Schichten voneinander lernen können, miteinander arbeiten und füreinander da sein.

Da können Landfrauen Hand in Hand mit Jugendlichen, die sich bei Fridays for Future engagierten, zusammenarbeiten, Kinder mit Senioren, die einen eigenen Garten nicht mehr allein betreuen wollen, anleitende Fachleute mit engagierten Bastlern und, und, und.

Ausgezeichnet wurde der „Gemeinschaftsgarten“ aufgrund der Pandemie von Peter Hauk, dem Minister für Ländlichen Raum im Rahmen einer Online-Veranstaltung. Der Freude über den Preis tut das auch bei der Jugendhilfe Creglingen, die die Bewerbung einreichte, keinen Abbruch.

Trotz Verlängerung des aktuellen Lockdowns gibt es am 3. Dezember um 13.30 Uhr einen öffentlichen „Startschuss“: Zum ersten Spatenstich für die Pflanzung erster Beerenbüsche im künftigen Gemeinschaftsgarten an der Kraft-zu-Hohenlohe-Schule am Taubermühlenweg hat sich bereits Bürgermeister Klaus Kornberger angesagt.

Der Originalbericht erschien in den Fränkische Nachrichten am Freitag, 27.11.2020

Text und Foto: Inge Braun

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