Ausbildung Heilpädagogik mit staatlicher Anerkennung startet im Herbst

Das Main-Tauber-Institut der Jugendhilfe Creglingen e. V. geht neue Wege und bietet ab November 22 die Ausbildung zur Heilpädagog:in mit staatlicher Anerkennung an. Die Ausbildung dauert drei Jahre in Teilzeit und kann somit berufsbegleitend gemacht werden. Die Schulungsorte sind regional flexibel, so kann der Unterricht z. B. in Creglingen, Lauda oder Tauberbischofsheim stattfinden. Freitagnachmittag und Samstagvormittag finden die Unterrichtseinheiten statt. Zusätzlich gibt es pro Ausbildungsjahr eine Blockwoche. Die Schulferien sind frei. In dem theoretischen Unterricht wird das Wissen von einem interdisziplinären Team aus u. a. Diplom Sozialpädagog:innen, Heilpädagog:innen, Systemischen Therapeut:innen, Dipl. Psycholog:innen und Ärzt:innen, vermittelt und im Selbststudium sowie in Kleingruppen neben dem Unterricht vertieft. Selbstorganisierte Exkursionen und Praktika ergänzen die Ausbildung. Diese endet mit der schriftlichen Abschlussprüfung, einer Facharbeit und einem Kolloquium. Die erfolgreiche Ablegung der Prüfungen führt in eine staatliche bundesweite Anerkennung der Ausbildung. Wer sich anschließend noch weiterbilden möchte kann ein Studium anschließen, z. B. an der katholischen Fachhochschule in Nürnberg.

Der Seminarleiter Michael Ebert freute sich, dass eine Ausbildungslücke hier im ländlichen Raum geschlossen wird, da die nächsten Ausbildungsstätten rund um Stuttgart, in Neckarsulm oder im bayerischen Würzburg zu finden sind. Zudem nimmt laut Michael Ebert, der Bereichsleiter der Mobilen Hilfen der Jugendhilfe Creglingen in Bad Mergentheim ist, der Bedarf an Heilpädagog:innen immer mehr zu, so dass man mit dem Angebot zur Ausbildung auch dem Fachkräftemangel im pädagogischen Bereich entgegenwirken will. Untersuchungen im Kleinkinderbereich zeigen z. B. auf, dass die Zahl der Kinder mit Verhaltensauffälligkeiten in den Kita-Gruppen immer mehr zunimmt. Gab es vor 30 Jahren kaum Kinder mit Verhaltensdefiziten, findet man heute in jeder Gruppe zwei bis drei Kinder. Auch die Kinderärzt:innen und Schulen schlagen spätestens seit der Corona-Krise Alarm, da die Häufung von Schulverweigerern oder Kinder, die Angst vor der Schule haben, stark zunehmend ist. Ein Anstieg an Schulbegleitungen oder Integrationshilfen war bereits in den letzten Jahren deutlich zu verzeichnen. Ebenso ist eine Zunahme von Gewalt an Kindern und damit Meldungen zur Kindeswohlgefährdung bei den Jugendämtern im ersten „Coronajahr“ 2020 um 9 Prozent zu vermelden. Pädagog:innen kommen oftmals an ihre Grenzen, hier sind dann die Methoden der Heilpädagog:innen gefragt. Auch beim Mangel an Psychotherapieplätzen für Kinder im Main-Tauber-Kreis kann eine heilpädagogische Einzelförderung, z. B. Spieltherapie, ein ergänzendes Mittel sein und dem Fachkräftemangel entgegenwirken. Neben dem Kinder- und Jugendbereich arbeiten Heilpädagog:innen auch in freien heilpädagogischen Praxen, Hospizen, psychiatrischen Institutionen, in der Altenpflege oder in Einrichtungen für behinderte Menschen.

Heilpädagogik ist die wissenschaftlich begründete Lehre von der Erziehung unter erschwerten Bedingungen. Diese Bedingungen können eine Beeinträchtigung (Autismus, ADHS), Scheidung der Eltern, Krisen, Kinderarmut, Verwahrlosung etc. sein. Die deutschsprachige Heilpädagogik wurde durch Paul Moor begründet, von dem das Zitat „Wir müssen ein Kind erst verstehen lernen, bevor wir es erziehen“ stammt. Im Gegensatz zur Sozialpädagogik oder Psychologie steht bei der Heilpädagogik die Bindung und Beziehung zum Kind und nicht der erzieherische Aspekt im Vordergrund. Man will das Kind verstehen und geht von einem positiven Menschenbild und einer hohen Achtung des Gegenüber aus. Heilpädagog:innen arbeiten nicht problemorientiert, sondern die Wünsche und Bedürfnisse des Kindes werden geachtet. Die angehenden Heilpädagog:innen erwerben Kompetenzen und fundiertes theoretisches Wissen in den Bereichen Pädagogik, Heilpädagogik, Psychologie, Soziologie, Medizin, Psychiatrie, Rechtskunde und Didaktik.

Bewerbungen sind ab sofort möglich. Voraussetzung ist eine Berufsausbildung zur staatlich anerkannten Erzieher:in, Jugend- und Heimerzieher:in, Heilerziehungspfleger:in, ein pädagogisches Studium und eine mindestens einjährige praktische Tätigkeit in sozial- und heilpädagogischen Arbeitsfeldern nach Vollendung der Berufsausbildung und ein ärztliches Attest als Nachweis der gesundheitlichen Eignung für eine Tätigkeit in der Heilpädagogik.

Die Schulaufsichtsbehörde kann nach Anhörung der Fachschule der Aufnahme von Personen mit einem gleichwertigen fachverwandten Berufsabschluss zustimmen. Für die Ausbildung kann u. U. Meister-BaföG gewährt werden. Weitere Informationen über die Ausbildung und Kosten erhält man über michael.ebert@ jugendhilfe-creglingen.de oder auf der Webseite des Main-Tauber-Instituts.

Ansprechpartner und Kursleiter:
Michael Ebert
Staatlich anerkannter Heilpädagoge und Heilerziehungspfleger
systemischer Berater
mit zahlreichen Weiterbildungen in der Spieltherapie, Heilpädagogik und Traumatherapie Bereichsleiter Mobile Jugendhilfe Bad Mergentheim bei der Jugendhilfe Creglingen.
Jahrelange Fachdozententätigkeit im sozial- und heilpädagogischen Bereich
 

Das Foto zeigt von links Gabriele Bachem-Böse (Leiterin MTI) und Michael Ebert mit dem Geschäftsführer des Berufs- und Fachverbands Heilpädagogik Kai-R. Timpe aus Berlin bei seinem Besuch 21 in Creglingen

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